Keine Kündigung eines Leiharbeitnehmers wegen nur vorübergehend fehlender Einsatzmöglichkeit
ArbG Mönchengladbach 20.3.2018, 1 Ca 2686/17Die Klägerin arbeitete bei einer Zeitarbeitsfirma und wurde als Kassiererin in Teilzeit. Als der Kunde des Unternehmens, ein Einzelhandelsunternehmen, die Klägerin vorübergehend nicht mehr einsetzen wollte, kündigte ihr die beklagte Zeitarbeitsfirma betriebsbedingt aufgrund fehlender Beschäftigungsmöglichkeit. Ihr sei es unmöglich, die Klägerin bis zum 2.4.2018 einzusetzen. Es handele sich nicht um eine kurzfristige Auftragslücke, sondern um einen erheblichen Zeitraum.
Die dagegen gerichtete Kündigungsschutzklage hatte vor dem AG Erfolg.
Die Gründe:
Die Kündigung ist unwirksam. Das Zeitarbeitsunternehmen hat nicht ausreichend dargelegt, dass die Beschäftigungsmöglichkeit für die Frau für einen ausreichend langen Zeitraum fortgefallen ist. Der Zeitraum von drei Monaten und einem Tag ist dafür zu kurz. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) soll gerade dafür sorgen, dass Leiharbeitnehmer nicht Daueraufgaben bei nur einem Arbeitgeber erledigen.
Der Arbeitgeber der Klägerin ist fast ausschließlich für den einen Kunden, das Einzelhandelsunternehmen bei dem die Klägerin als Kassiererin arbeitete, tätig. Vor diesem Hintergrund wird das Kündigungsschutzgesetz praktisch aufgehoben, wenn allein die fehlende Einsatzmöglichkeit eine Kündigung rechtfertigt. Man muss dabei auch dem Grund für die fehlende Einsatzmöglichkeit Beachtung schenken.
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